spex

 

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Dictaphone M.= Addiction LP/CD (cco/indigo/hausmusik)

Oliver Doerells Dictaphone pulsiert leicht jazzig gniedelfrei und halbelektronisch. Sprich: eine absolut klischeefreie und wunderbar gelungene Vermischung von Bläsern, Analogem und Elektronik. Die CCO-Platte des Jahres. Punkt. Sicherlich gibt es diverse Acts, die die Soundästhetik vom Jazz mit Elektronik vermischen, aber hier wird das alles ganz anders und eigen gemacht. Zudem auch noch absolut richtig. So richtig, dass es nicht beschreibbar ist. Hmpf, in 11 Tracks wird hier nun ausnahmsweise mal wirklich so etwas wie das "laughing stock" (Talk Talk) des Jahres gebaut. Tja, und diesmal sind 40 Minuten definitiv zu wenig. Rem

 

scheinschlag / musik für die massen

Gezirpe und Gepumper

Ob nun im Retrostyle der achtziger Jahre oder konsequent nach vorn ge- wandt, die Verbindungslinien zwischen Jazz und Groove weiterentwickelnd ­ im folgenden geht nichts ohne elektronische Hintergrundbeleuchtung.
Dictaphone ist die englische Bezeichnung für Diktiergerät, la piscine wiederum die französische für Schwimmbad. Dictaphone ist aber auch der Name einer Band und La Piscine der Titel eines Songs auf m.=addiction (citycentreoffice). Soundsprengsel aus dem Schwimmbad bilden den atmosphärischen Background vor dem sich ­ wohlig wie an einem Warmbadetag ­ Klarinette, Saxophon und elektronische Jazz-Rhythmik ausbreiten. Doch auch ohne Schwimmbad strahlen die Songs von Dictaphone eine Gelassenheit und Souveränität aus, wie man sie bisher nur von Bands aus Weilheim (Notwist, Tied & Tickled Trio ...) kannte: Jazz-Instrumentalismus trifft auf feinsinniges Computerspiel. Hinter Dictaphone steht der Berliner Oliver Doerell, unterstützt wird er von Gastmusikern wie Malka Spiegel, der ehemaligen Sängerin von Minimal Compact. Daß sich das Album mit einem "Tango Doerell" verabschiedet, führt unweigerlich zum Drücken der Repeat-Taste am CD-Player.

Marcus peter

raveline

dictaphone / m.=addiction ( city-centre-offices )

Achtung, das ist ein Film ! Schon auf der Swim Labelzusammenstellung Swim team # 2 machte Dictaphone mit seinem Titel neugierig auf mehr . In voller Länge kann nun endlich den filigranen Klangbildern mit tatkräftiger Unterstützung von Saxophon und Klarinette , gelauscht werden .
Gleich einer guten Geschichte für bewegte Bilder, bewegt sich das zarte Geschöpf , bestehend aus künstlerischen Elektronikarrangements, dezenten Instrumentalisierungen und in sich ruhenden Gesangsmustern, von A nach B und nimmt dich , lässt du es zu , mit auf eine Reise durch die Welt
der melancholischen Bar ­ Stimmungen. Ein wenig frankophiles Lebensgefühl lässt es sich ebenso heraushören wie die unverkennbare Heimat dieser schönen Töne , Berlin .
n n n n julia cussius

 

Frankfurter Rundschau

Dictaphone m.=addiction

Der in Berlin lebende Multiinstrumentalist Oliver Doerell hat sich mit dem Saxophonisten Roger Döring( u.a. Filmmusik von Alaska.de ) zusammen getan . Dictaphone ist ihr gemeinsames Projekt, bei dem die beiden Musiker stilistisch sehr nah an Kunstszenen-Bands der Achtziger wie Tuxedomoon , Wire oder Minimal Compact herankommen. Nicht umsonst leiht Malka Spigel dem song Tempelhof ihre dunkel gesprochene Stimme . Dictaphone ergeben sich aber keinesfalls in rückwärts gewandtem Zitieren.Im gegenteil; sie benutzen Versatzstücke aus Jazz und Dub um ihre neue Version eines morbid-traurigen,loopreichen Slow-Dubs zu entwickeln . chj ( cco / indigo )

nnnnn

Machtdose
Dictaphone - m. = addiction (City Centre Offices) 

Wenn Musik zum Hörspiel wird! Hinter Dictaphone steckt ein Typ, der seine Umwelt akustisch wahrzunehmen scheint.
 Ein Tüftler, der ohne sein Aufzeichnungsgerät das Haus nicht verlässt und ein Freak, der in erster Linie etwas schaffen
 will, dass neben dem Gewohnten mit guten Ideen glänzt. Die Gegenseite darf sich beim Hören von "m. = addiction" auf 
die Suche nach Kleinteiligen begeben, darf die Ideen ergründen und die erarbeiteten Ausdrucksformen adeln.Ein Mandat 
für's Klangforschen bekam er über seine Rechenanlage und so wie's scheint, ist Doerell tief eingedrungen in die Materie, 
hat Möglichkeiten entdeckt, wie Sound im mathematischen Geflecht einer Festplatte spannend klingen kann. Er hat für uns
 die Klangwelt dieses kunstlosen Kastens, den jeder zuhause stehen hat, durchforstet, jeden Tag zehn bis zwölf Stunden; 
und das zwei, drei Jahre lang, um uns Daheimgebliebenen einfache Sinustöne mitzubringen. Er hat sich dabei zum 
Handwerker gemausert, zum Facharbeiter seiner Zunft, hat jeden Winkel nach geeigneten Sounds abgesucht, um dann 
aus einer Vielzahl an Möglichkeiten einfach das Nächstliegende auszuwählen. Das hört man dem Album an, 
denn der Wahlberliner gehört zu den Menschen, die sich zurücknehmen können und uns nicht mir ihren virtuosen 
Ideen auf die Nerven fallen.
Die Sounds werden dabei nicht ausschließlich am Computer generiert. Doerell befindet: "Wenn du nur die 
Presets von Synthesizern nimmst, dann ist das tot, dann hast du das nicht gemacht. Es bringt nichts, wenn's toll 
klingt. Das hat überhaupt keine Aussage. Du musst immer selber die Sachen für dich entdecken, so dass sie von 
dir sind. Nur so kannst du etwas transportieren." Seine Field Recordings, in Eigenregie aufgenommene 
Alltagsgeräusche, klingen dabei nicht nach Mitte, vielmehr sucht er die ruhigen, entspannten Augenblicke 
Berlins, die (zum Teil) ein ernstes Licht auf uns werfen.An seiner Seite steht seit knapp drei Jahren 
Roger Döring, seines Zeichen Saxophonist und Klarinettist. Mit ihm zusammen steht die Vision eines 
"elektronisch prozessierten Slomotion Jazz". Minimalistisch gespielte Blasinstrumente treffen auf 
zurückhaltende Geräusch-Elektronik fernab klassischer Klischees ­ eine glückliche Symbiose. Dictaphone ist
 übrigens kein reines Studioprojekt. Gemeinsam steht man auch auf der Bühne und zeigt sich gerne Als Band: 
Doerell kümmert sich um's Digitale, Döring um's Analoge.

Gregor schubert